Ein Haustier, das am Nachmittag tief schläft, ist das geduldigste Modell überhaupt. Es läuft nicht davon, und du hast Zeit, in Ruhe nach dem besten Blickwinkel zu suchen. Trotzdem solltest du dich leise bewegen, damit die Ruhe nicht gestört wird. Meist reicht es, sich langsam und in kleinen Schritten zu nähern. Stell das Blitzlicht ab, denn es würde das Tier nur erschrecken.
Am schönsten ist der Moment, wenn die Sonne durch das Fenster auf das Fell fällt. Ein heller Streifen auf dem Sofa oder auf dem Boden wirkt wie ein kleiner Scheinwerfer. Er hebt das Tier vom Hintergrund ab und macht das Bild warm. Achte darauf, dass dein eigener Schatten nicht auf das schlafende Tier fällt. Wenn nötig, gehst du einfach einen Schritt zur Seite.
Auf Augenhöhe mit dem Tier
Gehe ganz nach unten, bis dein Handy auf gleicher Höhe wie das Tier ist. Wenn du von oben herab fotografierst, wirkt das Tier klein und weit weg. Auf Augenhöhe siehst du dagegen die Pfoten, die Nase und die geschlossenen Augen ganz nah. Das Bild bekommt dadurch etwas Vertrautes, als würdest du neben dem Tier liegen. Lege dich ruhig auf den Boden, wenn es nötig ist.
Ein ruhiger Hintergrund lässt das Tier im Bild hervortreten. Räume schnell einen Teller, ein Spielzeug oder ein herumliegendes Kabel aus dem Blickfeld. Eine einfarbige Decke oder ein Teppich als Untergrund wirkt besonders schön. Lass aber ruhig das Lieblingskissen oder den Korb im Bild, denn sie gehören zum Tier. So sieht man später nicht nur das Tier, sondern auch seinen Platz im Haus.
Mach mehrere Aufnahmen, denn Tiere bewegen sich auch im Schlaf. Ein Ohr zuckt, eine Pfote streckt sich, oder der Bauch hebt und senkt sich langsam. Solche kleinen Bewegungen geben dem Bild Leben, auch wenn das Tier ruht. Wähle später die Aufnahme, in der die Haltung am entspanntesten aussieht. Manchmal ist es gerade die unscharfe, zufällige Aufnahme, die am meisten Charme hat.
Ein Bild vom schlafenden Haustier ist mehr als nur ein Foto. Es hält fest, wie friedlich ein gewöhnlicher Nachmittag zu Hause sein kann. Mit den Jahren werden solche Bilder immer wertvoller, weil sich die Tiere verändern. Wer regelmässig einen ruhigen Moment festhält, besitzt bald eine schöne kleine Sammlung. Und manchmal schläft man beim Fotografieren selbst fast ein.