Sonnenaufgang am Zeltplatz einfangen

Landschaftsillustration

Wer draussen übernachtet, erlebt den Morgen ganz anders als zu Hause. Das erste Licht kommt oft leise, und alles um dich herum ist noch still. Stelle dir am Abend vorher vor, in welcher Richtung die Sonne aufgehen wird. So weisst du schon beim Schlafengehen, wo du am Morgen stehen möchtest. Ein kurzer Blick auf die Umgebung genügt dafür völlig.

Steh früh genug auf, denn das schönste Licht dauert nur kurz. Leg das Handy am Abend griffbereit neben den Schlafsack. Dann musst du morgens nicht lange suchen und verpasst nichts. Wische zuerst die Linse sauber, denn nach einer Nacht im Freien liegt oft ein feiner Schleier darauf. Ein sauberes Glas macht das Morgenlicht im Bild viel klarer.

Das Zelt als Teil des Bildes

Ein Zelt im ersten Licht ist ein schönes Motiv für sich. Stelle dich ein Stück entfernt hin, sodass das Zelt klein vor dem Himmel steht. Der Himmel dahinter ist am Morgen oft weich gefärbt, von zartem Rosa bis warmem Gelb. Auch eine Tasse auf dem Klapptisch oder ein Paar Schuhe vor dem Eingang erzählen viel. Solche kleinen Dinge zeigen, dass du wirklich draussen warst.

Fotografiere nicht direkt in die Sonne, wenn sie gerade über dem Horizont steht. Das Bild wird sonst überstrahlt, und alles andere versinkt im Dunkel. Bleib lieber seitlich und lass die Sonne am Rand des Bildes leuchten. Ein Baum oder ein Hügel kann die Sonne zum Teil verdecken und das Licht weicher machen. Probiere mehrere Standorte aus, bis das Bild so aussieht, wie du den Morgen erlebt hast.

Wenn der Nebel über der Wiese liegt, hast du besonderes Glück. Das Licht wird dann fast golden und alles wirkt wie in einem Traum. Beobachte auch, wie sich die Farben Schritt für Schritt verändern. Ein Bild am Anfang und eines etwas später zeigen zusammen den ganzen Morgen. Am Ende hast du eine kleine Reihe, die den Beginn des Tages erzählt.

Nach dem Fotografieren lohnt es sich, den Morgen einfach zu geniessen. Setz dich mit einer warmen Tasse hin und schau der Sonne beim Steigen zu. Die schönsten Bilder entstehen oft, wenn man nicht ständig auf den Bildschirm schaut. Später erinnern dich die Aufnahmen an die Ruhe, den Duft von feuchtem Gras und die Stille.